Hauptjahresversammlung YPAC in Chamonix
Zu seiner 20. Tagung trat das YPAC (Youth Parliament to the Alpine Convention) vom 23.- 27.März 2026 am Lycée Frison Roche Gymnasium in Chamonix zusammen. Die Delegation des Gymnasiums Sonthofen (Emma Stockhaus, Fabrizio Karlinger, Magdalena Felber, Maja Eifert, Emma Sodeur, Greta Schacht und Marlena Fauter) nahm auch dieses Jahr wieder an der Tagung teil.
Insgesamt kamen etwa 70 Jugendliche aus zehn Schulen der Alpenstaaten Frankreich, Italien, Slowenien, Österreich, Schweiz Liechtenstein und Deutschland in Chamonix zusammen, um über Climate Resilient Development in the alps zu diskutieren. Aufgeteilt in vier Ausschüsse erarbeiteten die Schülerinnen und Schüler selbständig politische Forderungen zu Glaciers, Energy Transition in the Alps, High-Quality climate education and public awareness sowie economic resilience in the alps. Diese Forderungen wurden abschließend in der Generalversammlung diskutiert. In der Schlussabstimmung stimmten alle Delegierten ab und die fünf Forderungen mit den meisten Stimmen wurden in die Schlussresolution gewählt (siehe unten).

Bereits die An- und Abreise verlief reibungslos: Gemeinsam mit den Delegationen aus Rosenheim und Innsbruck teilten wir uns einen Bus, da die öffentliche Anbindung nach Chamonix, Frankreich, sehr herausfordernd ist. Dank des geringen Verkehrsaufkommens kamen wir entspannt und pünktlich an unser Ziel, auch das Einsammeln der beiden anderen Gruppen an den Bahnhöfen in Lindau und Bregenz verlief reibungslos.
Zunächst zeigte sich das Wetter von seiner besten Seite – zumindest bis Mittwoch Mittag konnten wir strahlenden Sonnenschein und ideale Bedingungen genießen.

Ein besonderes Highlight erwartete uns am Dienstag: Von einem der Wohntürme des Internatteils aus bot sich uns eine beeindruckende Aussicht über die Stadt. Exklusiv für unsere Gruppe aus Sonthofen nahm sich sogar der Direktor Zeit für eine persönliche Führung, was diesen Programmpunkt noch einmal besonders machte.

Für die Lehrkräfte ging es dann anschließend zum Teachersmeeting auf den Berg, während die Schüler und Schülerinnen im Tal fleißig recherchierten und ihre Postulations verfassten.

Der Mittwoch wurde dann richtig abenteuerlich: Bei einer Gletscherwanderung mit Spezialführung erlebten wir die Bergwelt hautnah. Bereits die Bahnfahrt zur Gletscherstation bot eine atemberaubende Aussicht.

Für einen kurzen Moment wurde es sogar spannend, als wegen eines aufziehenden Schneesturms unklar war, ob die Gondel uns zurückbringen würde – doch am Ende hatten wir Glück und kamen sicher wieder ins Tal. Das Schockierendste an dem Besuch war jedoch, mit eigenen Augen den massiven Rückgang des Gletschers zu sehen.

Am Donnerstag folgte schließlich die herausragende General Assembly, die einen würdigen Abschluss der Woche bildete. Besonders stolz sind wir auf unser neues Mitglied, die sich dort souverän und beeindruckend präsentierte, sowie dass gleich zwei der diesjährigen fünf Resolutionen aus den Federn der Sonthofer Schülerinnen stammen. Geleitet wurde die Parlamentsdiskussion äußerst adäquat von vier Präsidentinnen, wobei eine davon dieses Jahr Emma Stockhaus, Q13, war, die die Würden dieses Amtes im höchsten Maße ausfüllte.

Die Arbeit der Delegierten wurde von der Media Group begleitet, die neben dem Instagramaccount (ypac.official) auch in der traditionellen YPAC-Zeitung „Flying Facts“ digital und analog über die Tagung berichtete.
Neben all diesen Programmpunkten bleibt vor allem der interkulturelle Austausch in Erinnerung. Neue Freundschaften, spannende Gespräche und die gemeinsame Zeit inmitten einer beeindruckenden Berglandschaft machten die YPAC-Woche zu einem einzigartigen Erlebnis.
Alle Resolutionen, sind in ihrer Kurzfassung im Folgenden zu finden:
VerDAMMt gute Solarenergie – Effiziente Nutzung von Wasserinfrastruktur durch Solarmodule
Aufgrund des hohen Energieverbrauchs zerstören fossile Brennstoffe den Planeten. Um die steigende Nachfrage der Verbraucher zu decken, kann eine Lösung wie „Dam good solar“ Energie bereitstellen, ohne zusätzlichen Raum zu beanspruchen. Dies trägt dazu bei, das natürliche Ökosystem zu erhalten, indem Solarmodule auf Staudämmen installiert werden.
Mit Wirkung abschließen
Wir schlagen vor, dass jede Schülerin und jeder Schüler im Laufe der Schulzeit ein verpflichtendes Klimaprojekt als Voraussetzung für den Abschluss absolvieren muss. Dieses Projekt kann in unterschiedlichen Formaten umgesetzt werden und würde die Klimabildung von der Theorie in die Praxis überführen sowie langfristig zum öffentlichen Bewusstsein beitragen.
Modul Natur
Jede Bergführerin und jeder Bergführer sowie jede Ausbilderin, jeder Ausbilder und jeder Coach trägt die Verantwortung, die Umwelt zu schützen, in der sie arbeiten. Daher schlagen wir ein verpflichtendes Modul in ihrer Ausbildung zum Thema Klimabewusstsein vor, das sowohl die Umweltauswirkungen ihres Sports als auch Möglichkeiten zu deren aktiver Reduzierung behandelt.
Neues Land, neues Leben – Der Natur Raum zur Entfaltung geben
Um die Bewirtschaftung von Gletschervorfeldern zu verbessern, schlagen wir vor, diese als Naturparks auszuweisen, um den langfristigen Schutz der Ökosysteme zu gewährleisten, die sich in diesen Gebieten entwickeln werden.
Watt steckt im Wasser
Im Alpenraum wird Wasserkraft zwar weit verbreitet genutzt, ihr Potenzial jedoch nicht vollständig ausgeschöpft. Die Lösung „Watt’s in the water“ baut auf bestehenden Wasserleitungen auf und integriert kleine, effiziente Turbinen zur Stromerzeugung.
Vielen Dank an Emma und Fabrizio (Q13) für die fantastischen Bilder!
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Gymnasium Sonthofen