Theaterbesuch im Haus Oberallgäu – „Genoveva S.“ der Klassen 9a, 9b und der 11.
Die 10a der Mittelschule Sonthofen präsentierte am Freitag im Haus Oberallgäu das Stück „Genoveva S.“, das die Geschichte einer polnischen Zwangsarbeiterin im Zweiten Weltkrieg, aus dem Jahr 1943, erzählt. Die Aufführung war sehr interessant und eindrucksvoll gestaltet.
Die Mischung aus Fakten und emotionalen Szenen hat uns gezeigt, wie wichtig es ist, sich mit unserer Geschichte auseinanderzusetzen. Der regionale Bezug des Stückes erleichterte dies enorm. Ein großes Lob geht auch an die Schülerinnen und Schüler für ihre gelungene Darstellung. Im Mittelpunkt steht ein junges Mädchen aus Polen, das nach dem Tod ihrer Mutter auf dem Bauernhof arbeiten muss, auf dem sie untergebracht ist. Dort ist ihr Alltag von harter Arbeit und ungerechter Behandlung geprägt, zusätzlich erschwert durch die Sprachbarriere. Ein Freund von einem anderen Bauernhof bringt sie eher beiläufig auf die Idee, den Stall ihres Bauern anzuzünden. Sie setzt dies um, löscht das Feuer jedoch sofort wieder, sodass kein Schaden entsteht. Trotzdem wird sie angeklagt – obwohl der Bauer und seine Frau sogar für sie sprechen und bestätigen, dass nichts passiert ist. In der Gerichtsverhandlung wird besonders deutlich, wie ungerecht das System war: Der Richter zeigt kein Verständnis für ihre Situation, und selbst ihr eigener Verteidiger setzt sich nicht wirklich für sie ein, da er dem nationalsozialistischen System nahesteht. Am Ende wird sie dennoch zum Tode verurteilt. Auch ihr Freund wird wegen Anstiftung verurteilt. In der anschließenden Fragerunde konnten wir die Schauspieler und Schauspielerinnen über die Schwierigkeiten der Verkörperung und Inszenierung des schweren Stoffes ausfragen, sowie etwas über den Entstehungsprozess des Stückes erfahren. Insgesamt war es für uns ein eindrucksvolles Erlebnis, das sicher noch lange in Erinnerung bleibt.
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